Hotel Herrenkrug

Zeitraum 1990–1992
2002/2003
2013/2014
Aufgabe Erweiterung und Sanierungen sowie die Errichtung der Hochwasserschutzanlage
Nutzung Hotel mit
  • 158 Zimmern, 22 Suiten,
  • 2 Spezialitätenrestaurants,
  • Biergarten und Sommerterrasse,
  • 7 Konferenz- und Banketträumen mit Kapazitäten von 10–400 Personen,
  • Musikpavillon
Ort Magdeburg
Bauherr HK Hotel-Betriebs GmbH & Co.KG
Team Neubau Bettenhaus:
J. Bammann, W. Behrens, 
A. Menzel
Flutschadensanierungen:
J. Altmeyer, M. Menzel,
E. Schecker
Merkmale
  • Architekturpreis 1995
  • Denkmalschutz
  • Flutschadensanierung 2002
  • Flutschadensanierung 2013
BGF 7.649 m²
BRI 28.144 m³

Sanierung, Rekonstruktion Neubau 1990–92

Der Herrenkrug, in einzigartiger Lage mitten im großzügigen Landschaftspark in den Elbauen gelegen, hat die Stadtgeschichte Magdeburgs seit Ende des 18. Jahrhunderts in besonderer Weise mitgeschrieben. Mit ihm verbinden sich Namen wie Peter Joseph Lenné und Karl-Friedrich Schinkel. Ein achsiales Alleensystem, in dessen krönendem Schnittpunkt das Gesellschaftshaus lag, variiert mit einem großzügigen englischen Landschaftspark.

Um einstigen Glanz und historische Bedeutung des Herrenkrugs fortzusetzen, wurde ein Konzept zur Sanierung und Rekonstruktion der noch erhaltenen, denkmalgeschützten Gebäudeteile und deren Ergänzung durch einen Hotelneubau entwickelt. So konnte das renommierte Haus wieder „nach Magdeburg geholt“ und in das Bewusstsein seiner Bevölkerung gebracht werden.

Aus architektonischer Sicht handelte es sich um eine reizvolle komplexe Aufgabe. Es galt, ein 300-Betten-Hotel zu realisieren, dabei den wertvollen Baumbestand zu integrieren, die Maßstäblichkeit des Bestandes zu wahren und in seiner architektonischen Qualität wiederherzustellen. Der Neubau gibt dem Ensemble eine neue Mitte. Er umspielt, integriert und verbindet Fragmente der historischen Substanz.

Flutschadensanierung 2002/2003
Flutschadensanierung und Hochwasserschutz 2013/2014

Im Zuge des extremen Hochwassers im August 2002 stieg das Wasser zwar nicht über den Elbdeich, aber die Elbniederung wurde überflutet – und damit der Herrenkrug-Park. Das Bettenhaus und sämtliche Kellergeschosse erlitten Wasserschäden. Die betroffenen Gebäudebereiche wurden komplett entkernt, saniert und wieder hergerichtet. 

Obwohl das Hochwasser der Elbe im Sommer 2002 einen Rekordhöchststand erreicht hatte und als „Jahrtausendflut“ bezeichnet wurde, kam es nach mehreren Zwischenhochwässern wie zum Beispiel April im 2006 dann im Juni 2013 zu einer erneuten Katastrophe. Der Wasserstand von ca. 75 cm über dem Hochwasser von 2002 richtete große wirtschaftliche und ökologische Schäden an. 

Auch das Parkhotel Herrenkrug blieb nicht verschont, die Schutzvorkehrungen konnten den verheerenden Wassermassen nicht Stand halten. Die angrenzenden Parkflächen sowie Tiefkeller, Untergeschoss und Erdgeschoss wurden überflutet, darunter auch das historisch wertvolle Parkrestaurant.

Die Entkernung der Gebäude und Sanierung des Schadens benötigte etwa ein Jahr. Neben der Wiederherstellung der Baukonstruktion und der Haustechnik wurden auch die historischen Details rekonstruiert. Desweiteren wurde gemeinsam mit Wasserbauern und Geologen ein 538 Meter langes Hochwasserschutzbauwerk um das Parkhotel Herrenkrug geplant und erstellt. Auf einer etwa 2–3 m in die Tiefe reichenden Gründung kann bei Bedarf eine bis zu 2,50 m hohe Schutzwand aus Aluminiumdammbalken errichtet werden, die das Haus vor zukünftigen Überschwemmungen schützen soll.

 
Ein Projekt der martin menzel architekten ingenieure GmbH.

 zurück